Vor zwei Wochen ungefähr hat mir der kiwi Verlag das Buch Reggae in Deutschland zugesendet. Besser gesagt eine kopierte Version, denn VÖ ist erst am 27.09.2007. Autoren sind Olaf Karnik und Helmut Philipps. Das Buch beschäftigt sich wie der Titel vermuten lässt mit Reggae in und aus Deutschland. Die Grossen der deutschen Szene kommen zu Wort. Auch auf die Gefahr hin, dass mich unbeliebt mache, irgendwie will der Vibe des Buches nicht auf mich überspringen.
Inhaltsverzeichnis des Buches:
01. Introduction Round
02. Deutscher Reggae international: Gentleman in Casablanca
03. Rewind – Play the music from the top (1964-1981) – »The world is not ready for white people with dreadlocks…« (1982-1989) – »Out of many we are one!« (1990-1999)
04. »Wir haben nach Jamaika geguckt, vielleicht guckt die nächste Generation auf uns.« – Ein Roundtable-Gespräch zur Soundsystem Kultur in Deutschland
05. Single-Business: Der Platten-Mailorder Soundquake
06. »Jamaika war immer eine Tankstelle« – Gentleman im Interview
07. Seeed: »Das Leben will einen ausgeben!«
08. »Wenn ich mir keinen Namen geben müsste, würde ich es auch nicht tun« – Patrice im Interview
09. Dancehall Schwarz-Rot-Gold – Germaican Records
10. Reggae auf Deutsch – Zwischen Charts, Dancehallfieber und Rootdown
11. Ganjaman + Co – Brandstifter im Namen der Liebe
12. Hans Söllner – Der bayrische Rebell
13. Eine eigene Welt aus Rythm & Sound
14. Ulli Güldner – Worte wie Feuer
15. Das Zentralorgan der deutschen Reggae-Szene – Ein Gespräch mit der Redaktion des Riddim-Magazins
16. Discographien, etc.
Überall hatte ich in den letzten Tagen dieses Buch, das beim kiwi verlag köln erschienen ist, dabei und war gespannt, was sich die Autoren haben einfallen lassen. Was gibt es zu deutschem Reggae zu sagen? Mal eines vorweg: kann sein, dass ich mich eindeutig zu viel im Internet bewege. Die Informationen, die sich in »Reggae in Deutschland« finden, findet man meiner Meinung nach allesamt auch im weltweiten Netz. Natürlich nicht an einer Stelle, in einem Werk. Betrachtet man das Buch aus diesem Blickwinkel macht es durchaus Sinn. Der Preis von gerade mal 8,95 Euro spricht auch für Reggae in Deutschland. Aber der Reihe nach.
Deutschland wird flächendeckend bearbeitet, Gentleman sogar zweimal. Einmal als »Konzertbericht« bei seinen Auftritten in Casablanca, dann im Interview. Dem Inhaltsverzeichnis kann man gut entnehmen, was es weiterhin alles zu lesen gibt. Viele Artists im Interview, viele werden aus unveröffentlichten Interviews zitiert. Es ist an vielen Stellen nicht genau zu entnehmen, ob die Artists zusätzlich zu einem speziell für das Buch anberaumten Interview zitiert werden, oder ob es bei einigen kein spezielles Interview gab. Das machte es mir persönlich oft etwas schwieriger in diesem Buch. Natürlich gibt es auch eindeutige Interviews wie die Soundsystemrunde. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass noch einige Artists fehlen, die in der Szene durchaus bekannt sind, natürlich aber nicht diesen kommerziellen Erfolg aufweisen wie ein Gentleman der Seeed. Was ist mit Martin Jondo, Jahcoustix, Natty Flo, etc.? Einige werden ganz kurz angerissen oder beiläufig erwähnt. Oder was ist mit den besten deutschen Internetseiten zum Thema Reggae? Zum Beispiel dancehallmusic.de oder Reggae Town oder oder oder. Natürlich bedeutet das viel viel Arbeit, aber so wirkt das Buch für meinen Geschmack doch zu stark mainstream orientiert. Und das Gefühl will mich nicht loslassen, dass einfach ein nicht zu kleiner Teil des deutschen Reggae fehlt.
Wer aber noch relativ neu im Bereich Reggae unterwegs ist, für den/die ist das Buch durchaus eine Empfehlung wert. Ach ja, im Forum von dancehallmusic.de wird das Cover des Buches schon heiss diskutiert. Aber hey Leute, mal was anderes, das Buch kostet wirklich nur 8,95 Euro und so geht es mir nicht aus dem Kopf, dass das wohl eines der grössten, wenn nicht sogar das grösste Argument ist, sich dieses Buch zuzulegen.
Die Nähe zum Riddim Magazin ist auch unschwer zu überlesen. Am Ende gibt es ein eigenes kleines Kapitel über die Riddim, jedoch bestärkt mich dies in meiner anfänglichen Meinung. Wer ein eifriger Riddim Leser ist, der findet in dem Buch nur spärlich neue Informationen. Dies ist die logische Konsequenz.
3 x Reggae in Deutschland gewinnen!
Ja, das stimmt. Wir verlosen 3 Exemplare von Reggae in Deutschland. Sendet uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff »Reggae in Deutschland« an basis[at]r-mag[punkt]de. Am 10. Oktober findet dann die Auslosung statt und die Gewinner werden per Mail von uns benachrichtigt.
















Elcom meint dazu am
18.08.2008 um 11:16 h
Erst einmal schade, dass es hier keine Aktualisierungen mehr gibt – mir ist die Seite heute das erste mal aufgefallen und sind schöne Postings zu lesen..
Das oben genannte Bucgh ist mir auch schon in die Hände gefallen. Ich fand es einen guten Überblick – und mal ernsthaft, jemand der Jahcoustix oder Martin Jondo kennt, der braucht nicht so ein Buch, der kennt Reggae Deutschland vermutlich schon sehr gut..
Saskia meint dazu am
08.01.2009 um 20:20 h
Ich habe eben ein bisschen bei Amazon rumgestöbert, bin unter anderem auch auf dieses Buch gestoßen und da steht ja auch noch als zusätzliche Information, dass der Autor Helmut Philipps der öfteren für das Magazin Riddim schreibt, daher ist es keines Falls verwunderlich, dass man als eingefleischter Riddim-Leser Parallelen zieht! ;-)