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Homophobie und Reggae?


Der Beitrag wurde am 24. Juni 2006 im halleschen nichtkommerziellen Lokalsender RadioCorax95.9 ausgestrahlt. Der Radiobeitrag wendet sich homophoben Tendenzen der Reggaekultur zu. In Interviews werden kulturelle und historische Hintergründe der homophoben Trends vergleichend in Bezug auf die jamaikanische und deutsche Reggaeszene beleuchtet.

Auch wenn dieses Thema immer wieder diskutiert wird, ja teilweise sogar »abgedroschen« wirkt, so fand ich diesen Bericht sehr interessant. Einfach mal reinhören und sich seine eigene Meinung bilden. Wie steht ihr zu dieser Thematik? Righteousness first!

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5 Kommentare bisher ( Kommentar schreiben )

  1. 1

    Offbeatfreak meint dazu am

    01.05.2007 um 20:08 h


    Ich persönlich finde Homophobie totaler Schwachsinn…
    Und auch im Zusammenhang mit dem Rasta geht mir so einiges nicht auf, wie man auch im Interview mit Capleton nachlesen kann, sind Rastas gegen Rassisten und akzeptieren andere Einstellungen und Meinungen. Daher finde ich es ein wenig schräg, wenn dann in Dancehalls homophobe Texte überhaupt zur Kenntnis genommen werden. Ich finde Rastafari eine geile Lebenseinstellung, welche man auch bestimmt ausleben kann, ohne extrem religiös zu sein. Denn es gibt auch sicher im Rastafari verschiedene Arten des Glaubens.

  2. 2

    Sonnenmann meint dazu am

    07.05.2007 um 11:32 h


    Da hat man wieder mal viel Sendezeit verschwendet sein Halbwissen in Worte zu fassen. Weder »kulturell« noch »spirituell« ist das Thema erfasst. Ich werde das hier wohl auch nicht auflösen können, aber wenn schon jeder seine Meinung zu allem sagen darf, dann auch ich;-)

    Wenn man dieses kleine Land Jamaika mal hernimmt und sich die Entwicklung ansieht, dann kann man sich nur verwundern, wie eine so winzige Insel so viel Impact auf die Welt hat. Nicht nur Homophobie ist dort extrem ausgeformt, sondern auch die Armut, die Religion, die Musik, die Abhängigkeit und das Ausgebeutetsein. Aus Jamaika kommt der Aufruf in diesem Jahrtausend wieder verstärkt nach Gott zu suchen, oder? Ja, ich weiß Italien mit Vatikan ist auch klein und da sitzt sogar ein echter Deutscher auf dem Papstthron. Aber das ist hier mal absolut uninteressant.

    Ich bin kein Jamaika Experte, aber das ist auch nicht nötig, denn Bewußtsein ist nicht physiologisch lokalisierbar und Jamaika ist eine Entsprechung. Ein Mikrokosmos im Makrokosmos. Ich bin auch kein Deutschland Experte. Alles nur Bezeichnugen, Schubladendenken. Divide and Rule is a Babylon ting and Babylon is worldwide. – RastafarI is! Universally! – Man kann sich jedoch nur verwundern, wenn man nicht merkt, dass diese Erscheinungen weltweit sind, aber in unserem Gewusel und Gemache, unseren Fernsehverseuchten Hirnen nicht mehr auffallen, und einen Grund haben, warum sie gerade jetzt in´s Gesichtfeld rücken.

    Nur wenn sie überzogen und komprimiert, wie in der jamaikanischen Dancehall auftreten, dann fallen sie uns auf. Christopher Street Day reversed! Mist, da bekommt jemand mehr Aufmerksamkeit als ich. Heul, heul. Und wieder mal sind es die anderen, auf die man schaut. Die man mit Steinen bewirft und richten will. Paradox world.

    Solange man Geld mit den Jungs verdienen kann und es im eigenen Land bleibt, der Künstler nach der Pfeiffe der Sponsoren tanzt, das eigene Weltbild und System nicht in Gefahr gerät etc, ist alles legitim. Da darf man singen und rappen was man will und auch alle anderen, die ausserhalb der ReggaeSzene operieren. Eminem auf jedem Kanal abwechselnd mit Marilyn Manson, zapp, oh Irak – Krieg, zapp, oh Germany´s next Flopmodel….....................usw.

    Aber so ein aufmüpfiger, unkontrollierbarer Jamaikaner, der nur am End noch die Jugend verführt zum Rauchen und Vögeln, der wird aber direkt gecancelled. Da gibt´s sogar welche, die dann vormachen, sich dem System durch Nichtbeteiligung zu entziehen und sogenannte christliche Werte in Frage stellen. Alle sind versaute, tierische Untermenschen aus unzivilisierten Ländern und Kulturen in europäischen Augen. Denn laut dem Radiointerview stellen sich alle jamaikanischen Künstler auf die Bühne und lassen die deutschen Mädels vor sich rumbücken um zu zeigen, wie sie in der Hündchenstellung aussehen. Die armen, gezwungenen, anständigen Mädchen. Ich denke da liegt nämlich der Haken. Hier schämt sich jemand für seine »unterentwickelten« Landsleute, eh?! Am End hatten die noch Spaß. Schlimm, schlimm.

    Es geht nicht mehr um die Aussagen, denn dann müssten alle anderen Künstler hier und dort auch kritischer betrachtet werden. Bei uns werden Jungs wie Aggro Berlin, Sido etc. gefeiert, aber die weniger verständlichen Jamaikaner werden abgesagt. Man müsste aber niemanden absagen, für den sich niemand interessiert, weil er nicht gebucht werden würde.

    Ich werde keinem Menschen vorschreiben, was er zu denken hat. Wenn er ein Problem hat mit Schwulen, fein, kann ich nicht durch unqualifiziertes Phrasendreschen oder Fingererhebung ändern, sondern derjenige muss eben eine positive Erfahrung mit Schwulen (auf anderer Ebene) machen. Das Battyman-Gerede ist für mich mittlererweile genauso langweilig wie das PumPum und was immer Geschätz, aber es gibt eben Menschen, die auf ihrem Erkenntnisweg noch dieses alles brauchen, was nicht nur im jamaikanischen Liedgut angesprochen wird, sondern ebenso weltweit verbreitet ist, nur eben anders ausgedrückt.

    Wer andere umbringt, egal ob schwul oder hetero, der hat was falsch gemacht. Auch wenn er sich das nur wünscht. Die Gedanken sind wohl frei, aber nicht ohne Konsequenz. Das europäische Denken hat in der Welt gewütet und tut es noch. Hinterfotzigkeit ist hier die Devise. Ablenkung durch gezielte Opfer/Täter Verwechselung. Wir sind die Erzieher der dritten Welt. Slavemaster Mentality. Egal ob links oder rechts. Böser Isalm, gutes Christentum etc. man kennt es. Plattheit in Überdimensionierung.

    Wenn Beenieman im gleichen Atemzug mit RastafarI genannt wird, dann wird sowieso nichts verstanden. Auch wenn er selbst sich gerne so platziert. Wen interessiert´s? Schaut wie viele sich Christen nennen, aber keine Anforderung Yahshuas erfüllen im Hinblick auf ein Leben für und mit Gott. Denunzieren tut man immer, wenn man selbst viel Dreck am Stecken hat.

    Wer von sich behaupten kann, er verstünde die ganze Angelegenheit aus jedem Blickwinkel, nicht nur aus seinem beschränkten, westlich zivilisierten, von der römischen Religion indoktrinierten, überheblichen, intellektuell überbetonten, prosaischen »Mindset« (geistige Konditionierung), den möchte ich kennen lernen! Als ob es nur eine Richtung gäbe, in der man denken, fühlen und leben kann.

    Es gibt nur eine Richtung, in die man sich fortpflanzen kann, und scheinbar, weil sie am meisten Sinn macht und mit allen Naturgesetzen harmoniert. Seid fruchtbar und mehret Euch, aber nicht nur auf der physischen Ebene! Das Leben ist nicht in Abteilungen getrennt, sondern alles spielt zusammen, und auch gut zusammen, wenn es im Einklang, in Harmonie ist.

    In my Father´s House there are many mansions aber nur ein Weg, diese zu erkennen und zu vereinen. Und das findet ein Schwuler genauso wenig heraus, wie ein Hetero, wenn er nicht weiß, wofür die Sexualität in der Welt ist. Die sogenannten Christen dachten, sie machten es richtig, und die heutigen Heiden denken auch sie machen es richtig. Keiner weiß wirklich 100pro was er da treibt.

    Mir ist jedes Getue zuwider, das mir die sexuellen Vorlieben meines Nächsten, meines Mitmenschen, näher bringen will, weil es mich nicht interessiert. Nicht mehr! Ich fühl mich, als wäre ich schon lange aus der Pubertät rausgewachsen;-) haha, ich lach mich weg. Wichtigtuerei überall.

    Was unterscheidet das Gekaspere einer Tunte vom Gestelze einer geschminkten Tussi? Oder das Posen vor großen Autos oder Langstreckenraketen? Ich möchte weder wissen, was ein Schwuler, eine Lesbe, noch ein Hetero in seinem Bett oder sonstwo treiben. Ich möchte es nicht aufgezwungen bekommen, da es im normalen menschlichen Umgang unwichtig ist. Oder fragt jemand den Rettungssanitäter, was er für sexuelle Vorlieben hat, bevor er jemanden aus einer lebensgefährichen Situation rettet? Jeder Mensch hat seine Berechtigung und wir sind alle gleich vor des Vaters Augen. Wenn Penisgröße und Scheidenflüßigkeit Kritierien wären, dann gäbe es wohl mehr Menschen, die sich auf den spirituellen Pfad begeben würden;-)

    Komischerweise sind die Leute, die sich für diese Themen wenig interessieren auch am wenigsten konfrontiert damit. Wie Floyd es schon gesagt hat. Aber kaum bringt man so ein Thema auf den Tisch, gibt es dazu schon wieder hundert verschiedene Meinungen, Links, Bilder, Bücher, Tunes und was immmer auch. Wenn ich mich für Hundesalons und Step-Aerobic interessieren würde, könnte ich dazu ebensoviel Humbug finden. Sogar Leute, die sich davon bedroht fühlen, oder einm Beteiligten den Tod wünschen. Aber warum sollte ich mich mit Themen befassen, die mir nichts als schlechte Vibes bringen, wenn ich mich wieder einmal hinein ziehen lasse. Ist doch meine Entscheidung.

    Es liegt am Individuum, welches mit anderen Individuen eine Menge bildet. Erst diese hat dann die Kraft, Veränderungen herbei zu führen bewußt oder unbewusst. Es gibt aber wohl weitaus ernsthaftere, wichtigere Themen, die man angehen kann. Wer lebt denn jetzt schon ganz richtig? Wenn das wirklich die Bestrebungen sind, hat man mehr mit seinem eigenen Balken im Auge zu tun, als mit dem Spreißel seines Bruders.

    Jah Love & Itection

    Sonnenmann

    ps: Ja, ich weiß, war auch ein ziemlich langer Text jetzt;-) Seht es als eigenständigen Artikel. Hehe

  3. 3

    Offbeatfreak meint dazu am

    08.05.2007 um 11:49 h


    Ich bins nochmal:

    Entschuldigt die frage, aber, es liegt ja sicher nicht in der absicht des Rastaglaubens, menschen gegen andere Menschen aufzuhetzen.
    Klar ist in Jamaica homophobie stark verbreitet, aber dann sollte man sich hier in Europa als Rasta oder sonst Reggaehörer mühe geben, das gegenteil hier zu verkörpern, indem man sagt, in Jamaica ist das so, hier aber anders, weil Rasta ist eine Religion wie jede andere, auch im Rasta gibt es extreme idioten und solche, die die Religion als mittel zur stärkung oder zur selbstfindung benutzen.

  4. 4

    Paul meint dazu am

    08.05.2007 um 14:45 h


    Unabhängig von Religion, Standort, etc… und über allem steht: RESPEKT! Dieses eine Wort, das häufig so schwierig umzusetzen scheint. Aber in diesem einen kleinen Wort ist alles inbegriffen. Dies ist unabhängig von Rasta oder jeglicher anderen Form von Religion. Bless.

  5. 5

    Sonnenmann meint dazu am

    08.05.2007 um 17:05 h


    Paul hat es direkt auf den Kopf getroffen! Bless up! Offbeatfreak will diskutieren. Aber jetzt macht es keinen Sinn mehr, denn erstens steht alles was z.b. ich dazu sage oben und das Ausrufezeichen zwei drunter. Paul´s Beitrag!

    Jah Iverlasting Love & Itection!

    sunOne der Sonnenmann

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