In den letzten Tagen machte eine Schlagzeile die Runde, der auch ich mich nicht entziehen konnte. Ashley, ein Kind aus Seattle in Amerika. Na gut, und was ist daran Besonderes? Ashley heissen bestimmt viele Kinder. Das mag wohl stimmen, aber im Land der begrenzten Unmöglichkeiten fand eine ärztliche Behandlung statt, an der sich nun die Geister scheiden. Ebenso meiner. Eine tolle Schlagzeile macht alles noch interessanter. »The Ashley Treatment«.
Ahsley, 9 Jahre alt, ist ein behindertes Kind. Auf Ihrer Webseite die Eltern, dass Ashley werde sitzen noch sonst etwas alleine bewältigen kann. Deshalb nennen sie ihr Kind auch »Pillow Angel« (Kissenengel). Der Grund dafür:
We call her our “Pillow Angel” since she is so sweet and stays right where we place her—usually on a pillow.
An einigen Aussagen auf Ihrer Webseite ecke ich mit meinen persönlichen Ansichten an. Oben genannte ist so eine. Das hört sich sehr mächtig an, denn »sie bleibt da wo wir sie hinsetzen« hört sich sehr besitzergreifend an. Was sollte Ashley sonst machen? Doch damit nicht genug. Ashley soll jetzt für immer klein bleiben. Und da beginnt es spannend zu werden.
Denn als die ersten Zeitungen und Nachrichtenkanäle sowohl im Ausland als auch in Deutschland anfingen über die Hormonbehandlung der 9jährigen Ashley zu berichten wurde das Thema öffentlich. Und ist seitdem heiss diskutiert. Ethnische Fragen stellen sich da immer wieder, aber kurz zur Geschichte:
Ashley wurde seit 2004 im Seattle Children Hospital mit Hormonen behandelt, um ihr Wachstum zu stoppen. Momentan ist ihr körperlicher Stand auf dem einer 6jährigen. Ihr Gewicht: 38 Kilogramm. damit Ihre Eltern sie auch zukünftig zu Hause pflegen können lautet die Begründung. Dies soll beim Baden und bei der »Handhabung« des Kindes helfen. Zu den bisher durchgeführten Behandlungen schreiben sie auf Ihrer Webseite:
The »Ashley Treatment« is the name we have given to a collection of medical procedures for the improvement of Ashley’s quality of life. The treatment includes growth attenuation through high-dose estrogen therapy, hysterectomy to eliminate the menstrual cycle and associated discomfort to Ashley, and breast bud removal to avoid the development of large breasts and the associated discomfort to Ashley. We pursued this treatment after much thought, research, and discussions with doctors.
Hä? Ok, ich bin beileibe kein Arzt, aber wieso hat man Ashley die Brüste abgenommen und den Zyklus (Menstruation) eliminiert? Das ist doch alles äusserst komisch. Natürlich kann ich den Wunsch sich auch zukünftig um Ashley kümmern zu wollen absolut nachvollziehen. Aber ist dadurch all das notwendig, was Ashley bisher ertragen musste? Nur mal kurz nebenbei, es ist nicht so, dass Ahsley von alleine aufgehört hätte zu wachsen. Sie hätte sich körperlich weiterentwickelt wie jedes andere Kind auch. Weiterhin wurden bei Ashley keine Behandlungen durchgeführt, die zum Bekämpfen einer akuten Krankheit nötig gewesen wären.
Die Fotos von Ashley auf der Webseite zeigen mir ein glückliches, positives Kind. Ob sie es wohl auch so gewollt hätte? Am Interessantesten finde ich das Bild Nummer 7 von links auf eben dieser Seite (Anm: Titel des Bides ist »Ashley at her nest in 2003«). Da steht ein Heiligenbild am Fenster. Also gläubige Menschen? Ich weiss es nicht, aber wenn man eine Form von Glauben gefunden hat, so komme ich zu dem Schluss, dass ich dieses Vorgehen nicht für gut befinden kann, ja, sogar verabscheuen muss.
Auf Secondhand Smoke habe ich hierzu einen Podcast gefunden, in dem Wesley J. Smith einige Umstände mal direkt auf den Punkt bringt. Wie wäre es denn, wenn die einzige Möglichkeit Ashleys Wachstum zu stoppen eine Amputation Ihrer Beine gewesen wäre? Tja, das ist eine gute Frage.
Ich möchte das Thema jetzt auch nicht bis ins Letzte niederschreiben, aber im Sinne von »Jahs creation« kann das alles nicht mehr sein. Diesen Stand haben wir verlassen. Ob wir wollen oder nicht. Die Möglichkeiten sind da und werden auch in Zukunft »in Anspruch genommen werden«. Ärzte heben sich in Gotteshöhe und fällen Urteile über Menschenleben. Nicht falsch verstehen, ich schimpfe hier nicht auf die Ärzte an sich, sondern auf diejenigen Ärzte und Krankenhäuser, die solche Behandlungen wie sie Ashley widerfahren sind, durchführen und für gut erachten.
Letztendlich muss man zwischen der Motivation und der Aktion unterscheiden. Beides jedoch rechtfertigt aus meiner Sicht nicht diese Vorgehensweise. Was haltet ihr von solchen Behadlungen? Über einige Kommentare würde ich mich freuen.
















prinzzess meint dazu am
07.01.2007 um 15:08 h
meiner meinung nach sind es die eltern, die den ausschlag gegeben haben. die dokters kommen ja sicher nicht von allein auf diese perverse idee. den eltern wurde das kind zu schwer, daher die aktionen. ich kann sowas nicht verstehn.
Anne meint dazu am
07.01.2007 um 17:34 h
Danke fürs Trachbacken. Meine Meinung habe ich ja schon auf meiner Webseite gemacht: »Behinderte Menschen haben ein Recht auf Unversehrtheit!!!«
Du schreibst «Ärzte heben sich in Gotteshöhe, aber in diesem Fall auch die Eltern, da es ihr eindringlicher Wunsch war.
Ich könnte jetzt noch platzen
Gruß
Anne
sunOne meint dazu am
10.01.2007 um 15:01 h
Blaze fiyah blaze!!!!!!
Keiner hat das Recht in Jah´s Schöpfung einzugreifen, um sich so seiner Verantwortung zu entziehen. NIchts in der Natur passiert zufälligerweise ohne tatsächlichen Grund! Aber wir brauchen niemanden verurteilen oder strafen, denn das macht innerlich Jah durch jeden selbst. Also in dem Sinne: Jah judgemant will come for sure!
Jan meint dazu am
14.01.2007 um 18:48 h
Wieso nimmt sich ein Mensch das Recht heraus einem Mädchen die Brüste zu amputieren, nur damit man weniger Stress damit hat? Für mich sind das keine Eltern, sondern Schlächter! Als Arzt schwört man den Eid des Hippokrates. Dem behandelnden Arzt sollte die Lizenz entzogen werden! Denn im Eid heißt es: »Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und Willkürlichem« . Doch leider hat der Arzt das arme Mädchen NICHT vor Willkürlichem geschützt!
I-tes, Jan