Im ersten Artikel dieser Serie habe ich statt den Falashas eine junge Bewegung vorgestellt. Es handelt sich um die »Black Israelites«, die schwarzen Israeliten. Nun könnte man sagen, hey, das ist keine junge Bewegung, sondern das sind die Leute persönlich, und das schon lange Zeit. Die biblischen Israeliten.
Aber dennoch existiert da eingebettet eine Bewegung in den USA, die darauf hinzielt die Bildung, die von weißen Amerikanern aus ihrer Weltsicht heraus allen anderen Volksgruppierungen und Individuen aufgedrückt wurde, zu relativieren und zu erneuern, um so ein Bewusstsein in der Black Community (Schwarzen Gemeinde, Gemeinschaft) zu wecken.
Dass dies nicht immer in lauen Säuseltönen und gesüßten Worten abläuft, kann man sich wohl denken. Denn wie schon gesagt sind nicht wir diejenigen, die von Schwarzen jahrhundertlang ausgebeutet, geknechtet und versklavt wurden, sondern umgekehrt. Und wie schon gesagt, haben mich als weißen Europäer die Konzepte, Weltsichten und »Wahrheiten« der Minderheit dieses Planeten, welche die weiße Rasse nun mal darstellt, nicht befriedigt. Auch wenn diese Minderheit nun die Welt regiert, kann ich nicht umhin, mir die Version der dunkleren Brüder und Schwestern anzuhören und mein Informationsdefizit in dieser Richtung aufzufüllen, da sie mich nicht zwingen dazu.
Daher habe ich auch einem Menschen hier ein Forum eingeräumt, der nach letzterem Artikel als Rassist und »Abgedrifteter« bezeichnet wurde, aber trotzdem ein Nachdenken gefordert hat, über seine Aussagen und Thesen, die den ein oder anderen so ähnlich berührt haben wie mich selbst. Wenn Tankard Roosevelt falsch liegt, hat er in Jah seinen Richter. Es geht hier darum, zu versuchen eine Weltsicht zu verstehen, die gerade in unserer Zeit an Bedeutung und auch Anhängern gefunden hat. Zu begreifen, warum man macht, was man macht und warum man sich mit diesen Themen überhaupt beschäftigt. Jeder hat einen anderen Zugang dazu und kann seine individuellen Erkenntnisse daraus ziehen. Man prüfe Alles und behalte das Gute!
Aber es ist nicht immer nötig, gleich nach Afrika reisen zu wollen und dort den Menschen »Entwicklungshilfe« zu leisten, solange man die Sensibilität für dieses Thema nicht in seinem eigenen Umfeld geweckt hat. So wie der Schulmediziner gleich Medizin und Apparatschaften aufwartet, wenn er eine Krankheit diagnostiziert hat, so stürzen sich viele Gutmeindende mit viel materiellem Aufwand in Aktionen und Programme, die dann auf lange Sicht nicht die gewünschte Wirkung erzielen. Warum? Weil man wieder nur die Symptome bekämpft, statt die Ursache anzugehen. Und diese liegt oft im eigenen Bewusststein, im eigenen Handeln und Gebaren, im eigenen Wirken in dieser Welt und im eigenen Weltbild, das von einer einseitigen Bildung und einem phantastischem Glaubensdogma geprägt ist. Wir sind schon hier reingeboren worden, wie einige Afrikaner in die Armut. Aber beides ist nicht der angestrebte Status.
Kolonialismus und Weltherrschaftsbestrebungen der europäischen Völker haben einen Kontinent in den Ruin getrieben, der in alten Zeiten als Paradies gegolten hat. Es hat das afrikanische Bewusstsein verändert und den Afrikanern in vieler Hinsicht die Würde genommen und die natürliche Integrität dieser Menschen in der Menschheit in Frage gestellt. Dann stellt man sich hin und sagt, sie wären primitiv und zu faul zum Arbeiten. Obwohl unser ganzer westlicher Reichtum auf dem Rücken der schwarzen Sklaven angehäuft, aufgebaut und verbreitet wurde. Wir stellen uns jetzt als die großen Gönner hin, aber wir gönnen uns nicht mal, uns selbst zu erkennen und unseren Geist auf eine neue Bewusstseinsebene zu katapultieren, damit uns so was nie mehr passiert. Wir machen die gleiche Shose wieder, nur als der nette Retter aus der von uns geschaffenen Not. Denn wir kämpfen lieber an der fernen Front, statt gegen unsere Leidenschaften, Laster, Sünden, Hass, Neid, Geiz, Gier, Schein und alle Defizite, die wir noch spirituell aufweisen. Man sollte erst seinen Tempel aufräumen, bevor man Reinigungs- und Abrissfirmen zu anderen Tempeln schickt.
Gut, jetzt hab ich mal diesen zweiten Teil ziemlich lang eingeleitet, doch jetzt wollen wir zur harten Informationsübermittlung übergehen. Die Black Apologetics Ministry schreibt auf ihrer Homepage folgendes:
Die Black Israelites: »Eine Black Supremacy Group (Gruppierung Schwarzer Vorherrschaft). Black Hebrew Isreaelite Sekten beeinhalten »The Stream« (Der Strom), »Original African Hebrew Israelite Nation of Jerusalem«, »Nation of Yahweh (Yahweh ben Yahweh)«, »New York Yahweh« etc.
Sie praktizieren eine strikte Art des Kibbuz Style Kollektivismus und alttestamentarische Ethiken wie Polygamie und Veganismus. Die Schwarzen Israeliten sind vom Rabbinat in Israel nicht als Juden anerkannt. Schwarze Hebräer) glauben, dass sie von einem der 10 verlorenen Stämme Israels abstammen und ihren Weg über Afrika und die Sklavenrouten nach Amerika verfolgen können. Dies lehnen einige Akademiker als Mythen ab. Die Schwarzen Hebräer glauben, sie stammen von den Israeliten ab, die 70 v. Chr. aus Jerusalem von den Römern vertrieben wurden und dann über 1000 Jahre ausgewandert sind, bis sie West Afrika erreichten und später die Vereinigten Staaten als Sklaven. Bezogen auf die Lehren ihres Führers, Ben Ammi Ben Israel, waren die grausamen Kapitel ihrer Geschichte Teil Gottes Plans, um sie wieder in ihr Heimatland zurück zu führen – Israel.
Dieser Glaube entsprang einer Vision, die Ben Ammi seinen Angaben zufolge 1966 hatte, als er in Chicago als Gießer arbeitete. In diesem Traum, erzählte ihm der Erzengel Gabriel), dass viele Afro-Amerikaner Abkömmlinge des verlorenen Israelitischem Stamme Judäa seien. Carter´s Einsicht führte ihn dazu, 30 Anhänger um sich zu scharen um auf dem Weg ins versprochene Land für eine zweijährige »Reinigung« nach Liberia zu übersiedeln, das Land, welches von befreiten Amerikanischen Sklaven 1847 gegründet wurde. Nach ihrer Ankunft, wurden die Neuankömmlinge in die ferne Wüste von Dimona dirigiert, während ihre Ansprüche auf jüdische Herkunft geklärt wurden. Die Gruppierung hat nun eine Daueraufenthaltsgenehmigung in Israel.
In vieler Hinsicht sind die Black Hebrew Israelite Glaubenssätze ein Spiegel der weißen Vorherrschaftsreligion des Christentums, welches anführt, dass die Nordeuropäer das wahre auserwählte Volk Gottes ist. Beide sehen die Juden als die Ausgeburt des Satans und werfen ihnen eine geheime Kontrolle der Gesellschaft vor, im Stile des »machiavellischen Fadenziehens«. Tom Metzger (Anm: die dort vertretene Meinung dient lediglich informativer Zwecke und spiegelt in keinstem Fall unsere Einstellung wider), Führer des Weißen Aryanischen Widerstands, gab zu verstehen, »Sie sind unsere schwarzen Gegenstücke.«
Schwarze Hebräer glauben, dass die Abkömmlinge der Amerikanischen Sklaven und die indianischen Völker Amerikas die 12 Stämme Israels darstellen. Sie erwarten, eines Tages nach Israel zurückkehren zu können, welches sie Nordost Afrika nennen. Ihre Anhänger lehnen schwarze Afrikaner ab, die sie als »Verräter« betrachten, die ihre schwarzen Brüder in die Sklaverei verkauften.
Die Wurzeln der Black Hebrew Israelites Religion lassen sich bis vor die Zeiten des Bürgerkrieges zurückverfolgen. 1896 gründete der »Prophet« William Crowdy eine Sekte in Kansas. Die Religion erlaubte Polygamie, verbot Geburtenkontrolle und erlies strenge Nahrungs-Gebote ähnlich dem Judaismus.
Im ersten Weltkrieg gab es Vereinigungen in einigen Hauptstädten. Bis 1980 entstanden sie auch in Israel und anderen Ländern. »Ihr Rassismus und die Paranoia sind sehr leicht entzündlich,« sagt Sulyman Nyang, ein Experte an der Harvard Universität. »Sie wollen sich das ganze System nehmen, denn sie denken die ganze Welt wäre boshaft und gegen sie. Die Linie zwischen Realität und Vorstellung existiert für sie nicht.«
Diese Worte bringen manche zum Grinsen über eine Sache, die als reines Wortspiel anmutet. Keiner liest über solche Leute in den europäischen autorisierten Geschichtsbüchern und es gibt nur Nachweise über «Ã„thiopische Juden« aus weißen jüdischen Quellen. Doch es existierten die schwarzen Hebräer seit Bibelzeiten. Tatsächlich sind sie die original bzw. die prototypischen Hebräer.
Teil 3 folgt in Kürze…















