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Phänomene jamaikanischer Musikkultur – Teil 1


stone love soundsystem - copy floyd celluloyd - reggae magazin revolutionDie traditionelle Musik Jamaikas zeichnet sich durch eine für den gesamten karibischen Raum typische musikalische Vielfalt aus. Europäischer Kolonialismus, Sklaverei, ethnische Klassenkonflikte und der ab dem zweiten Weltkrieg einsetzende imperialistische Einfluß der USA bildeten die Rahmenbedingungen für einen komplexen Prozeß der Kreolisierung.

Slavery Days

Do you remember the days of slavery?
And how they beat us
And how they worked us so hard
And they used us
‘Til they refuse us
Do you remember the days of slavery?
Burning Spear – Slavery Days, 1975

Die Entwicklungsgeschichte jamaikanischer Musik geht somit bis in die frühen Tage der Sklaverei zurück. Es waren die »schwarzen« Einheimischen der Westküste Afrikas, die per Schiff auf die Karibischen Inseln, vor allem auch Jamaika, gebracht wurden, um dort für die Landbesitzer auf deren Zuckerrohrfeldern zu arbeiten. Vergleichbar mit der Geschichte des in den Südstaaten Nordamerikas entstandenen Blues, nutzten die schwarzen Sklaven das Musizieren um die Arbeit erträglich zu machen. Musik war also eine der wenigen Möglichkeiten gegen die Sklaverei, jedenfalls auf psychologischer Ebene, anzukommen.

Vorerst orientierte man sich am europäischen Musikstil seines Herren. Mit der Zeit kam jedoch das Bedürfnis auf, einen eigenen bzw. ihren Wurzeln entsprechenden Rhythmus zu nutzen. Also ließ man afrikanische Rhythmen einfließen, so dass das Gefühl des eigenen Schaffens und das Gefühl der Unabhängigkeit, den europäischen Kolonialmächten gegenüber, entstehen konnte. Dieser afrikanische Rhythmus war der in vielen Stilen jamaikanischer Musik so wichtige Shuffle-Rhythmus . Die Trommel wurde gleichzeitig zum Hauptinstrument. In den Texten ging es hauptsächlich um die Qualen und Leiden der Sklaven, die sie während der Überfahrt und beim Arbeiten erleiden mussten. Auch das aus dem Blues bekannte Call-and-Response-Prinzip der Texte wurde auf den Feldern Jamaikas genutzt.

Der Einfluß Amerikas
Die auffälligste und wohl einflussreichste Entwicklung vollzog sich während bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg. Während des Krieges waren es die auf Jamaika stationierten amerikanischen Marinesoldaten, die, die für die Einheimischen neue Musik, den Rhythm and Blues, bekannt machten. Der in den Südstaaten der USA entstandene Rhythm and Blues der »schwarzen« Soldaten war gegenüber der zu der Zeit vorherrschenden »Melange aus karibischen Calypso- und Mentoklängen, aufgelockert durch schmissige Sambarhythmen«, hart, laut und rebellisch, und doch, vor allem der aus den Südstaaten stammende Rhythm and Blues, mit karibischer Färbung versehen. Die Jamaikaner fanden so gesehen ihren eigenen Rhythmus, den Shuffle-Rhythmus, in der harten Form des schwarzen Rhythm and Blues wieder, und konnten sich somit mit dem neuen Import der Amerikaner identifizieren.

Zwar konnte man amerikanische Radiosender, wie beispielsweise den damals in Miami stationierten Sender WINS, der überwiegend Rhythm and Blues spielte, empfangen, die Situation auf Jamaika lies dies jedoch kaum zu. In Zeiten als Radio und Fernseher für die Unterschicht nicht alltäglich waren, musste man sich etwas anderes einfallen lassen.

Die frühen Blues-Dances
Es entstand somit die Idee der Soundsystems. Soundsystems, oder auch einfach »Sounds« genannt, sind mobile Diskotheken, die vor allem in den Ghettos Jamaikas vorerst die neue Musik der »schwarzen« Amerikaner spielten. Diese Veranstaltungen, wo man sich oft zufällig traf und ein Sound System die passende Musik spielte, wurden in den frühen Jahren »Blues-Dances« genannt, später einfach »Dances«. Die Veranstaltungsorte nannte man, wie sie auch heute noch bezeichnet werden, »Dancehall«. Wobei bei dem Begriff »Dancehall« nicht vorausgesetzt ist, dass die Veranstaltung innerhalb eines geschlossenen Raumes stattfindet, was bei dem Begriff »Hall« sehr nahe liegt. Meist fanden diese »Blues-Dances« unter freiem Himmel statt. Auch diese Orte nannte man »Dancehall«.

Teil 2 folgt in Kürze!

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2 Kommentare bisher ( Kommentar schreiben )

  1. 1

    Jule meint dazu am

    02.02.2009 um 11:40 h


    Kleine Korrektur: Während der Arbeit durften Sklaven nicht »musizieren«. Nur in ihrer »Freizeit«, d.h. Nachts und an Weihnachten, durfte getanzt, musiziert, etc. werden.
    Während der Arbeit war ausschließlich das Trommeln der Burru-men erlaubt, was als eine Art Takt für die Arbeit (auf Feldern, an Eisenbahnschienen, etc.) diente.
    Gruß.

  2. 2

    Lino meint dazu am

    22.11.2010 um 21:23 h


    Willie Lynch Syndrome gilt heute noch insbesondere auch genannten Rechtsstaaten weiter, nun im andere Format, wie z.b u.a Migranten mit Migrationshintergrund. Im Länder wie Afrika deren Bürger besetzen keine würdige -Status; Ohne abhängig davon was deren Grundgesetzen verankert sind (wie Ebenbürtig, Freiheit,Gleichheit und Einigkeit). Zur Kunst derer bereit in der Vergangenheit von Willie Lynch -Philosophie profitierten haben (Urgroßväter, Urvater, Väter…auch Araber etc.). Dies ist heute genannten Ressentiment der Schwarz Menschen.

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