Seeed waren in der Stadt. In der Stadt, in der sie bekannt geworden sind und der sie ihren ersten Hit widmeten: Berlin. Das heißt, dass sie zwei Abende hintereinander in der ausverkauften Columbiahalle spielen können, die, abgesehen von Sean Paul, derzeit kein jamaikanischer Artist füllen dürfte. Am ersten Tag war der Fernseh-Sender arte für einen kompletten Livemitschnitt da, dafür gab es keine Gästeliste, dementsprechend fiel das Durchschnittsalter des Publikums um einige Jahre. Das hatte zur Folge, dass sich am zweiten Abend vor dem Gästelisten-Schalter insgesamt 400 Leute drängelten.
Das Vorprogramm, die Rapcrew Moabit und der Sänger Vido, konnte ich mir also nicht angucken. Nachdem Seeed bereits schätzungsweise sieben Songs gespielt hatten, fand auch ich den Weg in die überfüllte Halle. Die Stimmung war ausgelassen, unten, auf der Tribüne und auf der Bühne wurde getanzt, Hände in die Luft geworfen, das ganze Repertoire halt. Die Band selber spielte sich durch die Hits ihrer beiden Alben und streuten immer wieder angesagte Riddims ein. Rein musikalisch gab es also Dancehall, Reggae und Ska und somit gar nichts zu meckern. Dass Seeed mit ihren Instrumenten umgehen können, dürfte sich rumgesprochen haben. Hat sich denn auch schon rumgesprochen, dass bei ihnen trotzdem vor allem das charts-bedudelte Mainstream-Publikum auf seine Kosten kommt?
Als Gäste tauchten für drei Minuten die bereits erwähnten Moabit auf, um dem Publikum zu zeigen, wie man sich so als Rapper bewegt. Dauergäste waren drei Tänzerinnen, die mit öfter wechselnden Outfits, eingeübten Moves und vor allem durch ihre wackelnden Brüste das Publikum zum Jubeln brachten. Besonders Sänger Pierre, der mit seiner Sonnenbrille wirklich schön als Ladiesman durchging, ließ es sich nehmen, ab und zu mit ihnen zu posen. Wer sieht nicht gerne begehrt aus? Den Tiefpunkt des Abends erreichten Seeed mit dem abschließenden Dancehall-Queen-Contest, bei dem die Musiker geduldig den »Clappas«-Riddim spielten, während sich Pierre nach den Namen und Wohnbezirken der Frauen erkundigte, um sie dann immer wieder mit einem »check your booty« zum heißeren Tanzen aufzufordern.
Abgesehen davon, dass ich im Publikum keine Frau entdecken konnte, die ansatzweise so aussah oder so tanzte wie die auf der Bühne, die um das begehrte »Seeed-Dancehall-Queen-Shirt« konkurrierten, denke ich, dass man das Frauenbild, dass sowohl Teile der jamaikanischen Dancehalls als auch die gängigen Musik-Fernsehsender bestimmt, nicht zu importieren oder gar zu pushen braucht. Seeed als bekannteste deutsche Reggaeband könnte ihren Status und ihre Kreativität sicher für Sinnvolleres nutzen. Wie wäre es beispielsweise mit inhaltsreicheren Texten?
Nach dem Konzert legte ich mir noch mal ihre aktuelle CD »Music Monks« in den Player, um verstärkt auf die deutschsprachigen Parts, also die einzigen Passagen, die von einem Großteil ihres Publikums verstanden werden (könnten), zu achten. Bei ihrem Hit »Music Monks« fand ich Zeilen wie
Babylon braucht Sound, der Sound wär´ tighter, wenn wir weiterhin trocken abrocken und locker weiterrennen.
Sehr konkret, wenn man weder in diesem Song noch auf dem Rest der Platte nicht mal ansatzweise das Wort Babylon erklärt, definiert oder sonst wie untermauert. Bei ihrem Heimspiel auf anspruchsvolle Ansagen zwischen den Songs zu warten, ist vielleicht wirklich eine etwas dümmliche Beschäftigung. »Hier geht es einfach nur um Party«, das konnte mir jeder versichern. Außerdem wurde ihr eigener Style gelobt, überhaupt wäre Reggae auf Deutsch Dank ihnen erst hörbar geworden.
Einer der letzen Zeilen bei »Music Monks« lautet:
Ladies dancen dirty, sogar Gangster shaken asses, weil´s fresh is…
Kein Wunder also, dass Dancehall in deutscher Sprache Club-kompatibel wird, wenn die Schlagwörter Englisch bleiben. In der Riddim kann man dann nachlesen:
So spielerisch und ungeniert bastelte seither niemand mehr an einer eigenständigen Interpretation von Reggae hierzulande. (Markus Hablizel)
Auch die Spex fand die Truppe so innovativ, dass sie ihr Titelblatt zieren durften.
Wahrscheinlich bin ich einfach nur zu feige zum tanzen (»Waterpumpee«), zischte es mir kurz durch den Kopf, während ich aus der Halle kam und an den Mädchen vorbeiging, die auf die drei Sänger warteten und auf alle Fälle durchhalten wollten. Was bleibt, ist das Gefühl, dass das Publikum ruhig mal die Glotze ausschalten und den einen oder anderen Songtext ihrer Bob Marley Legends übersetzen sollte.
















HEJASTA meint dazu am
16.05.2007 um 19:46 h
hey alda, was geht denn bei dir?
SEEED geht steil, und wir ham abituuuuur.
pierre is die geilste sau aufm planeten und keiner kann so geil den arsch schwingen, wie die heißen seeed-girls
PEACE
A-m-O meint dazu am
29.08.2007 um 12:49 h
seid doch mal so gut und leitet es an SEEED weiter – DANKE
Hallo SEEED!
ich hab mir das Konzert am Sonntag 26-08-07, gegeben und im Gegensatz zu den bisher von mir gelesenen Kommentaren war ich wenig begeistert, vielleicht bin ich einfach nur zu alt oder im Gegensatz zu anderen nicht bekifft – sorry-
Gehen wir doch mal realistischen ran Einlass verschob sich um 30- 40 Min… kommt vor .. kann sich ja durch nen technischen Fehler mal der soundcheck verschoben haben wat weiß ich.. verscheibt sich alles andere auch … allerdings wenn 3 Tage in Folge die selbe Band da ist.. wird in der regel nur abgedeckt und nicht umgebaut von daher ??????
Konzertbeginn 18:30 also aus Zeiten wo ich noch mit nem STAGEpass in der Wuhlheide war (Jungs da wart ihr noch inna Schule:-), kamm spätestens da die Vorgruppe.. aber NEIN, nicht bei Seeed, da kommt se erst rd 80!!! Min nach angegebenem Konzertbeginn… Hamma!!!
Ihr lasst tausende Eurer Fans da draußen warten,bei der entschuldigen nervigen Bestuhlung in der Wuhlheide..
ich möchte Euch alle mal 4 Stunden am besten mit 2 erwartungsfrohen Kindern da sitzen lassen -DANKE
nach gut 60 Min (mäßiger) Vorgruppe, wird dann mal 15 Min Umgebaut – ok
die Wuhlheide feiert sich die ersten 10 Min selbst.. laaaaaooooolaaaaaaaaa.. von der Bühne aus betrachtet gehts links los über die emporen nach rechts über den Acker nach links zurück und wieder von vorne….
nach der 10ten in Folge wurde es langweilig, die Bühne im Tiefschlaf, erste Pfiffe und Buhrufe … ich hab sie gut verstehen können….
dann endlich 21:05
21:05 !!!!
bei einem angesetzen Konzertbeginn von 18:30 einem ab 16:30
Meine Herren davon ausgehend, das sicher einige schon vor 16:00 am Eingang sehnsüchtigst auf Eure Session gewartet haben werden.. das sind 5 in Worten FÜNF STUNDEN .. verzeiht mir mal meine Direktheit .. aber habt ihr auch nur einen Gedanken an die Leute verschwendet die Eure Karten Kaufen
DREIHUNDERT MINUTENdie eventuell Ihr Taschengeld dafür aufsparten???ACHTZEHNTAUSEND SEKUNDEN in denen IHR euch vermutlich auf relax Sesseln Cocktails gegeben habt …
Dann endlich:
SEEEEEEEEDD—yeahhhhh – gut die Leute mitgenommen.. party auf allen Plätzen keine Frage klasse Show.. schönes Spiel mit dem Publikum einfach klasse…
aber nach 60 Minuten… mal ne Pause ???
Klar ist ne 10 Minuten Pause ok zum luft holen was trinken umziehen… aber NICHT WENNS DANN nur noch 20 Minuten geht.. die wären auch in dem Ersten Outfit machbar gewesen
Dann Vorhang runter .. Technik – crew im Einsatz zum Abbau …
FRAGT IHR EUCH wenigstens warum es nahe zu KEINE Rufe nach einer Zugabe gab.. warum die Leute gingen????????????
Oder geht euch das Alles, Eure Fans, die Begründer Eures Erfolges, gehen EUCH alljene am A….. vorbei?????????????
Und denkt bitte auch mal über folgendes nach
2 erwachsene 2 kinder 1600Uhr bis 2230 uhr
0,3 cola 2,80€ brezel und co 2,50€ aufwärts…
...da kommen für einen Abend mal lockere 150€ zusammen und die werden den wenigsten Eurer Fans hinterher geworfen….
MfG
AmO