Der Wecker reißt mich jäh aus dem Schlaf. Er signalisiert mir, dass ich aufstehen muss, um wie alle Anderen in Babylon auch einer Tätigkeit nachzugehen, die Geld einbringt. Das Geld, das ich bezahlen muss um mir das Frühstück leisten zu können. Denn Nahrung ist was der Körper verbrennt, wenn er in Bewegung ist. Nahrung kostet heutzutage Geld und die Bewegung entsteht nun mal. Hauptsächlich wenn man einer Tätigkeit nachgeht. Aber auch sonst. Die Nahrung ist dieser Tage ziemlich minderwertig. Schade!
So, jetzt wird es aber Zeit sich zu beeilen. Schnell in`s Bad. Wasser allein reinigt. Ich weiß, dass Wasser nicht duftet. Deo und Parfum duftet. Wollen nicht die duften, die etwas übertönen wollen, zum Beispiel den eigenen Geruch? Ist der so übel? Der Geruch kommt von Innen. Was nutzt also etwas, das oberflächlich eine Zeit lang wirkt aber immer wieder erneuert werden muss? Es kostet Geld. Geld welches erst noch verdient werden muss. Ich würde also für etwas bezahlen, das meine Sinnesorgane künstlich beeinflusst, da die Allgemeinheit bestimmte Düfte gewohnt ist und nun auf die ihr aufgezwungene Empfindung reagiert? Hierfür sehe ich also persönlich keinen Grund Geld auszugeben. Schön!
Warum hetze ich eigentlich so? Warum mache ich Hektik, die mir im Endeffekt nur fünf Minuten einbringt? Fünf Minuten von was? Von diesem Tag? Von diesem Leben? Wenn ich nach dem statistisch durchschnittlich zu erwartenden Lebensalter gehe, habe ich die fünf Minuten auch noch Zeit. Da schaue ich mich noch mal im Spiegel an. Schaue mir direkt in die Augen. Bewusst. Ist schon der Hammer, wie man so komplizierte Strukturen hervorbringen kann. Kann ich das wirklich selbst? Die Zeit drängt jetzt. Pünktlichkeit ist eine gesellschaftliche »Tugend«! Zeit ist Geld, und Geld muss man verdienen, um sich den Spiegel zu kaufen, in den man morgens schaut. Sind Arbeitslose eigentlich reicher, weil sie mehr Zeit haben, demnach also mehr Geld haben müssten? Was bedeutet Reichtum?
Egal. Der Bus ist natürlich schon weg, da ich mir fünf Minuten länger Zeit gelassen habe. Der nächste fährt erst wieder dann, wenn ich mit dem Fahrrad an der Stelle angekommen bin, wo ich mein Geld verdienen muss. Oha! Die ganzen Menschen, die griesgrämig drein schauen. Die, wenn sie über etwas sprechen, die schlechten Nachrichten vom Frühstücksfernsehn oder der Zeitung Revue passieren lassen. Oder vielleicht hat jemand eine Krankheit, über die er die Leute aufklären will. Der Arzt hat ja auch gesagt….. Alle sitzen in dem Bus, den ich gerade verpasst habe.
Tja, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Ist dies eine Phrase, die Menschen erfunden haben, die auch die Anhäufung von Geld erfunden haben? Eine Phrase, die Menschen erfunden haben, die sich erst im Bus die Nachrichten durch eine dünne, dickbedruckte Zeitung reinziehen? Da sitzt also jemand an der Quelle. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Er fängt ihn mit ein bisschen mehr als einem Euro. Fett drängt sich ihm die Schlagzeile auf, die seinen Tag bestimmt. Mord, Totschlag, Verderben. Da hat jemand mehr Geld als man selbst, sinnbildlich für mehr Glück und Harmonie. Da hat einer mehr Frauen, sinnbildlich für mehr Manneskraft und Ausstrahlung. Da passiert ja allerhand. Zum Glück gibt es solche Medien. Man wüsste ja gar nicht, was man alles verpasst hätte. Hollafuchs. Das Geld ist wirklich gut angelegt. Jeden Tag auf´s neue. Jeden Monat. Jedes Jahr. Kann man dieses bedruckte Papier nicht sammeln und gegen anderes durch den Staat bedrucktes Papier eintauschen? Oder könnte man das Papier nicht zusammenrollen, einpflanzen und warten bis wieder ein Baum draus wird? So viel Zeit hat kein Mensch. Und Zeit ist Geld. Und braucht man Geld nicht, um die Zeit zu finanzieren, die man existiert um Geld zu verdienen und auszugeben?
Also nehme ich das Fahrrad. Ich fahre los. Der Wind streicht über mein Gesicht als hätte ich einen Cabrio. Zum Beispiel den, an dem ich gerade vorbei fahre. Der an der Ampel. Der mitten zwischen den anderen Autos steckt, die ordentlich in einer riesen Schlange bis in die nächste Kreuzung stehen. Der Fahrer bemüht sich, trotz der vielen Abgase die er einatmet, eine lässige Figur zu machen, also wörtlich »ein Macher«.
Kostet es nicht Geld mit diesem Auto zu der Stelle zu fahren, wo ich mein Geld verdiene? Außerdem möchte die Versicherung für dieses Auto ebenso Geld nehmen, welches ich genauso erst verdienen muss. Ohne Versicherung darf ich nämlich kein Auto auf die Straße bringen. Man zahlt einen gewissen Betrag, der komischerweise von Versicherung zu Versicherung variiert, monatlich oder je nach Vereinbarung, damit man, wenn man einen Unfall verursacht, den Schaden bezahlen kann. Wenn man keinen verursacht, umso schöner. Für die Versicherung. Und die Steuer? Damit ist nicht irgendein Lenkteil gemeint, nein, sondern der Betrag, den ich berappen müsste um mit meinem Auto auf der Straße zu fahren, die Andere für die Autofahrer gebaut haben. Die gehört mir nicht. Bestimmten Fahrzeugtypen vielleicht schon, aber mir persönlich gehört trotzdem nichts. Eine Straße wird gebaut, weil es Autos gibt. Oder umgedreht? Also reine Willkür, oder steckt da am Ende noch System dahinter? Logischerweise ja! Und hier will ich ausnahmsweise die Antwort gleich mitliefern: Die Straßen führen von dem Ort, an dem ich mich aufhalte wenn ich kein Geld verdiene, zu dem Ort an dem ich Geld verdiene, oder zu dem Ort, wo ich das Geld wieder ausgebe. Ist das nicht ausgeklügelt?
Ich fange mit der Arbeit an. Der Tag muss ja irgendwie rum gehen. Außerdem, wenn ich die Tage einen Monat lang durchhalte, stehen dann ein paar Zahlen mehr auf meinem Konto. Ohne minus davor. Weil die Zahlen einen positiven Kontostand aufweisen. Wäre ein minus davor, würde ein negativer Kontostand vorliegen. Aha, ist da also jemand, der sich um das Geld kümmert, das ich verdiene? Na also. Werte, die durch Zahlen, bedrucktes Papier, gravierte Münzen oder Plastikkarten bestehen, trägt man dahin, wo darauf aufgepasst wird. Man wird sogar belohnt. Aber nur, wenn die Zahlen einen positiven Wert darstellen. Dann bekommt man noch etwas Geld dazu. So was nennt man in Babylon Zinsen. Hat man jedoch einen negativen Wert erreicht, werden diese Zinsen auch negativ und somit abgezogen. Nein, sie kommen dazu. Sie werden mit dem negativen Wert addiert. Hört sich erst ganz gut an. Stellt sich oft aber bei genauerer Betrachtung als weniger, also negativ gut heraus.
Dies ist noch die einfachste Form der Leistungen, die ein Institut in Babylon für die Verwaltung meines Geldes bringt. Da gibt es noch mehrere Arten, die sind jedoch so kompliziert, dass nur diejenigen, die sich auf diesen Berufszweig spezialisieren auch wirklich durchblicken. Wirklich? Es gibt also einen Beruf, der sich mit imaginären Werten befasst. Mit negativen Zahlen und positiven Salden. Mit bedrucktem Papier. Mit dem gültigen, heute akzeptierten Tauschmittel. Wo ist jetzt hier die direkte Gegenleistung werden manche fragen. Das ist sie. Das ist die Gegenleistung. Jemand passt auf mein Geld auf. Vermehrt oder vermindert es. Geht auf die vom Geld geschaffenen Bedürfnisse ein und bietet Service rund um Zahlen. Wehe dem, der das nicht zu schätzen weiß und die Zahlen nicht so ausgleicht, wie er sie zur Verfügung gestellt bekommt. Der hat Schwierigkeiten. Geldschwierigkeiten. Dem könnte man doch einfach aus dem Weg gehen und sagen: Hui, schaut her, ich nehm mein Geld mit nach Hause und passe selbst drauf auf…
Könnte man, wenn da nicht ein kleines Hindernis wäre. Eine winzige Kleinigkeit nur: Ohne Konto bei einer Bank ist es schwer in Babylon einen Arbeitsplatz zu finden an dem man das Geld verdient, welches man mit nach Hause nehmen will. Ein ungeschriebenes Gesetz, eine gesellschaftliche Hürde. Tja, aber es ist so. Das ist ein unumgänglicher negativer Wert, der nach Außen seriös durch feine Anzüge ausgedrückt wird, obwohl es doch eigentlich um ein ganz banales Tauschmittel geht, welches neutral ist und keine Eigenschaften besitzt außer denen, die man Geld eben andichtet. Nutzt denn das Geld was, wenn es ewig angelegt wird und für die Zukunft arbeitet? Wie kann Geld arbeiten, wenn es keine Arbeitskraft hat? Wie kann es vor allem für die Zukunft arbeiten, wenn kein Mensch der Welt konkrete Angaben über die Zukunft machen kann?
Ich mache also die Arbeit so, wie erklärt. Müll entsteht. Alle Arten von Müll. Plastikmüll. Metallmüll. Papiermüll. Auch geistiger Müll. Geistigen Müll kann ich je nach eigener physischer und psychischer Verfassung gerade noch verwerten, aber wie sieht es mit dem restlichen Müll aus? Er wird gesammelt, getrennt und recycled. »Recycling« kommt wie heutzutage viele Wörter aus dem Englischen, ist ein schöner Begriff und heißt: Es wird wieder in den Kreislauf zurückgeführt. In den Kreislauf von Benutzen, Wegwerfen, Wiederverwerten. Bis es irgendwann so ausgelutscht ist, vom vielen recyceln, dass es doch irgendwo endgelagert werden muss. Aus mit Wiederverwerten! Jetzt liegt es in der Natur rum. Die kann auch nichts damit anfangen. Konnte sie von Anfang an nicht. Sie musste teilweise sogar da weichen, wo die Fabriken hingestellt werden, die den Müll produzieren. Natürlich gilt er in Babylon am Anfang seiner Existenz nicht als Müll, da er ja von Menschen benutzt wird. Dafür wird erst Geld bezahlt. Geld, das man verdienen muss. Geld, das man meistens da verdient, wo der Müll hergestellt, verpackt mit mehr Müll vertrieben wird. Vertrieben ist eigentlich ein negatives Wort, was nun umgekehrt im Sinne von »im großen Stil verkaufen« steht. Denn Müll kann man nicht so mir nichts dir nichts vertreiben, im anderen Sinn. Aber man braucht ihn ja auch, sonst wäre diese ganze Show mit dem Geld anhäufen und so weiter, nicht mehr nützlich. Man könnte nicht auf Vorrat kaufen. Oder am Ende nur das zum Leben notwendige. Man müsste doch wieder irgend etwas selbst machen. Man könnte ja nicht mehr protzen. Schaut, ich habe mehr Müll angesammelt als ihr! HaHa, bin ich nicht ein Fuchs?
Da denke ich über das Wort »Verdienen« nach und es überkommt mich der kalte Schauer als mir dabei ein abgerissener, fertiger Diener, der sich völligst verausgabt hat, in den Sinn kommt. In der Bibel steht, man solle seinem nächsten dienen, aber da steht nichts von »ver«-dienen, von »Zamm«-Dienen, vom sich abdienen ohne Ende und da steht auch nichts von einem materiellen Lohn, der dafür gerechtfertigt ist, dass man sich verbrauchen lässt als Götzendiener in Babylon. Die Uhr zeigt fünf vor Zwölf!
Endlich Mittagspause. Man darf nicht annehmen, dass ich der einzigste wäre, der sich darüber freut. Daraus entstehen Nischen für diejenigen, die erst wenn andere Pause machen ihr Geld einsacken können. Auch der Bäcker oder Metzger um die Ecke, bei dem sich Vormittags und Mittags die Auszubildenden unfreiwillig treffen. »Stift, hol mal drei Belegte für den Meister. Für den Heinz holst du das und das für mich…..« und so weiter. Wobei der Metzger sein Geld mit ermordeten Tieren verdient. Der einzige Berufskiller neben dem Jäger und dem Pelztierzüchter, der dafür nicht in den Knast wandert. Außer er hat wissentlich Rindfleisch aus britischen Beständen für ein paar Groschen gekauft und überteuert angeboten. Oder unwissentlich aus deutschen Tierfabriken.
Tiere sind in der Gesellschaft in Kasten eingeteilt. Es gibt Tiere, die werden »produziert«, in Mengen auf engstem Raum gezüchtet um dann als »Ware Fleisch« in den Regalen der Kaufhäuser zu enden. Das ist die niedrigste Kaste. Sie dienen rein zur Nahrung der Menschen. Denn der Körper braucht Fleisch zum Leben, sagen sie im Fernsehen. Dann gibt es eine Kaste weiter drüber, die sogenannten Nutztiere, die überall da eingesetzt werden, wo der Mensch zu faul, zu schwach oder es ihm nicht möglich ist, Maschinen einzusetzen. Die Kaste über denen sind die Tiere im Zirkus. Die sind lustig. Die können Kunststücke oder auch mal gefährlich ausschauen. Das sind die Entertainer unter den Tieren. Der Haken: Tiere wollen diesen Beruf oft nicht erlernen. Sie sehen keinen Sinn darin, weil sie mit dem verdienten Geld beim Tiger um die Ecke nichts kaufen können.
Kann damit nur der Mensch Geld verdienen? Die Kaste über diesen Halbprivilegierten sind die höher angesehenen Wach- und Schutztiere. Diese Tiere sind meistens Hunde die aufgrund ihrer Statur und ihrem lauten Wesen Andere erschrecken. Nicht weil sie sich einen Scherz erlauben wollen. Nein, die sind dafür unentgeltlich angestellt, gegen Kost und Logis, bei den angsterfüllten Menschen, die soviel Zahlen, Scheine, Steine und sonstige wertvoll gemachten Güter besitzen. Die höchste Existenzform der Tiere stellt die Haustierkaste dar. Auch hier gibt es Hunde, die natürlich nur zum Bewachen da sind, aber ihnen wird vorn herum heile Welt vorgegaukelt, so dass sie es nicht merken. Sie sollen den Menschen lieb haben, denn er hat auch Angst alleine zu sein.
Nun, auf der Angst haben sich sogar viele Berufe gegründet. Wie z.B. Dieb oder Einbrecher. Sie sind gesellschaftlich geächtet, da sie ja schwer erarbeitete Dinge einfach illegal ohne Berechtigung mitnehmen. Wegen denen gibt es noch zig andere Berufe, ohne die es langweilig wäre Besitz zu entwenden. So auch Wachhund. Er ist der Rambo, der Terminator unter den Hunden. Er bewacht auch Grundstücke. Auch wenn sich auf dem Grundstück nur eine uninteressante Scheune befindet. Dieses Stück Land dieser Region dieses Planeten gehört nämlich jemanden. Er hat dafür Geld bezahlt. Er hat einem Anderen, der vorher im Besitz dieses Grundstücks war, Geld oder sonstige Papierchen überreicht, um an dessen Land zu kommen und einen Zaun darum zu bauen. Jetzt fragt man sich, wer demjenigen dann vorher das Land verkauft hat, so dass er wiederum dieses weiterverkaufen konnte? War es jemand, der sich dieses Stückchen Land einfach genommen hat, weil er dachte, er hätte Anspruch darauf? Er war schließlich der erste, der es gesehen und erschlossen hat. Vorsicht! Die Geschichte lehrt uns, dass dies manchmal auch nicht exakt so der Fall gewesen sein muss. Manchmal war da schon jemand. Unbewusst, dass es vielleicht sein Land sein könnte…
Nachdem die Mittagspause vorbei ist, gehe ich zurück an den Arbeitsplatz. Diese Zeiten sind immer viel schneller vorbei als die Arbeitszeit. Was natürlich nicht stimmen kann, denn die Uhr sagt mir penibel genau, dass die halbe Stunde Mittag genauso lang gedauert hat, wie die halbe Stunde Arbeit die mir vermeintlich länger erscheint. Schön, dass Menschen das so eingeteilt haben. Man wüsste ja sonst gar nicht wie lange man arbeitet. Ohne feste Zeiten könnte man auch keinen Stundenlohn einführen. Da würden einige Berufsstände ziemlich alt aussehen. Andere wiederum würden sich freuen, da sie eine Pauschale festsetzen könnten, unabhängig von Zeit, Aufwand und Qualität. Aber machen das nicht ohnehin schon einige?
Als ob es nicht unabwendbar wäre, kommt der Chef und motzt über dies und jenes. Kurz vor Feierabend kommt der Mensch, der genug Geld hatte, um sich ein Unternehmen aufzubauen. Derjenige, der denkt, er hätte mit diesem Unternehmen gleich das Wissen, die Erkenntnisse und alle erdenkbaren Fähigkeiten mit gekauft. So soll ich nun einen vermeintlichen Fehler ausbügeln, der über die Arbeitszeit hinaus geht. Überstunden. Das sind Zeitspannen, die je nach Absprache entweder bezahlt oder in Freizeit gewandelt werden. Am Ende sind das ein paar Euro mehr, für die man sich krumm macht. Der Staat kassiert fast zwei drittel davon als Steuern ein. Ja, ja. Steuern bezahlt man nicht nur wenn man ein Auto besitzt. Sind sie nicht auf jeden Besitz, auf jede Aktion, auf jegliches Existieren festgesetzt und gesetzlich durch den Staat verankert?
Da hat also einer der Grundbesitzer im Zuge der zum Ort werdenden Lebensgemeinschaft auch dafür eine Grundlage geschaffen? Wer nicht weiß, was für Steuern wann, wo, warum erhoben werden, bzw. geändert werden, der kann es in der Zeitung nachlesen oder im Fernsehen erfahren. Wenn er so etwas besitzt. Auf jeden Fall weiß ich, das ich sobald ich Geld verdiene dem Staat etwas davon abgeben muss. Oft verhältnismäßig viel.
Endlich Feierabend. Ich trete die Heimfahrt an und freue mich schon auf ein kleines Schläfchen. Daheim angekommen schließe ich die Haustüre auf und entgegen kommt mir wer? Die Nachbarin, die schon seit zwanzig Jahren in dem Haus wohnt. Sie ist so umsichtig, mich daran zu erinnern, dass ich noch die Hausordnung vor mir habe. Die Freude lässig unterdrückend lasse ich sie wissen, das ich mich drum kümmern werde, doch jetzt bin ich erst mal fertig von der Arbeit. Nach einer offensichtlich versteckten Aufforderung zum Weiterreden will sie mir verständlich machen, dass es nicht nur mit ein bisschen Kehren getan ist. Die Treppe muss gewischt werden! Die Straße muss gefegt und von Unkraut und Gras befreit werden. Es hat sich nämlich Löwenzahn und andere natürliche, hässliche Pflanzen, Unkraut, durch den schönen Beton gekämpft. Und wie sieht das insgesamt aus, was sollen denn die Nachbarn sagen? Unkraut, ist das die Bezeichnung für ein negatives Kraut? Wie Untier oder Unmensch? Unfassbar, Unglaublich, Unmöglich, Unsinn, Un-ver-ständnis! Ausnahmsweise verschieb ich das auf Morgen!
Endlich in der Wohnung. Zum Glück habe ich den Anrufbeantworter abgeschafft. Der war zwar billig und angeblich ist man ohne einen solchen nicht kommunikationsfähig, da nicht erreichbar, aber die Telefonrechnung stieg. Am Ende ist ein AB, wie er in »neudeutsch« heißt, auch so ein Trick, um mehr Geld zu verdienen. Wir entwickeln eine Maschine, die Anrufe aufzeichnet, die normalerweise nicht zustande gekommen wären. Gebühren von Teilnehmer Eins. Somit ist der Empfänger fast schon verpflichtet zurückzurufen. Und zack, da schlagen die Telefongesellschaften wieder zu. Gebühren von Teilnehmer Zwei. Egal, kann ja auch nützlich sein, so ein Ding.
Ich esse zu Abend beschäftige mich mit Kleinkram, mache mich bettfertig und lese dann ein Buch. Da weiß ich halbwegs, was ich mir an Informationen reinziehe und sehe ein, das so ein Buch auch Geld kostet. Geld, das ich morgen auf die gleiche Art in Babylon »ver-diene«!















