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Ital is vital!


Ingwer PflanzeItal Food ist vitales, also lebendiges Essen. So könnte man den Begriff wohl übersetzen, ohne dabei an zappelnde Tiere zu denken, die man sich mit Haut und Knochen einfährt. Reicht aber die Bezeichnung vital, wenn man nicht erklärt, was eigentlich „vitales Essen“ beinhaltet und was „vital“ in diesem Zusammenhang meint? Auch wenn zu diesem Thema ein schier unüberschaubarer Wust an Literatur und Seminaren zur Verfügung steht, wollen wir Euch in dieser und in den folgenden Ausgaben die Hauptpunkte des gesamten Materials heraus arbeiten und Eurem Wunsch nachkommen, dieses Thema von unserem Standpunkt aus darzustellen.

Es gibt nach wie vor Unterschiede zwischen dem, was Rasta als Ital Food ansieht und was der Rohköstler als Rohkost oder Sonnenkost bezeichnet. Vegetarier und Veganer leben trotz Fleischverzicht nicht zwangsläufig gesünder, genauso wie der Fisch am Freitag keinerlei Opfer für Gott ist. Auch hier kann man sich einer großen Klischeeblase gegenüber sehen, wenn man sich nicht selbst hätte, als Versuchsobjekt, das die Sache ausprobiert.

Als Jemand, der viel Fleisch gegessen hat und durch die Rastafari Doktrin zum Vegetarier wird, sich dann mit den Argumenten der veganen Ernährung, der Rohkost und einigen anderen Ernährungsmethoden im spirituellen Rahmen beschäftigt, will ich einen Überblick geben und zum eigenen Denken anregen, ohne Vorschriften zu machen.

Oftmals will man sich eigentlich nicht über jedes Verhalten unterhalten, denn es ist ja doch eine persönliche Sache, die aus eigenen Erkenntnissen und einem individuellen Weltbild entspringt. Doch man wird auf jeden kleinen Hinz festgenagelt wenn man dem Einheitsbrei, dem Massenwahn und dem gesellschaftlichen, gutbürgerlichen Lebensstarrsinn entfliehen will. Jeder Biss und jeder Schluck wird von der selbsternannten »Moralpolizei« überwacht und beim Feststellen einer Abweichung fühlt sich Mancher zu langen Rechtfertigungen und Selbstzweifeln gezwungen.

Das kommt davon, wenn man seine innerste Einstellung jedem Zweiten plakativ unter die Nase reibt und mit dem Finger auf die andersdenkenden »Sünder« zeigt. Keiner kann sich aus dieser Phase ausschließen, denn die ist Bestandteil des Weges. Wer es nicht selbst erlebt hat, beide Seiten, die Anklagende oder die Angeklagte, der weiß doch gar nicht von was er da redet. Denn irgendwann dreht sich der Zeigefinger um 180 Grad und man versucht sich zurück zu nehmen. Selbst Fleischesser können gut argumentieren wenn es darum geht ihren Trieb zu verteidigen.

Zunächst also betrachten wir die Sache vom Rastafari Standpunkt. Man muß kein Rastafari sein, um der Ansicht vieler Rastafarians folgen zu können, dass »I-tal«, also vitales Essen das Leben und die damit verbundene Energie und Lebensfreude erhält. Und dass »dead Food«, also »totes Essen« Krankheit und Leid fördert. Im Vorwort zu Margaret Ebanks` Buch Das Rastafari Kochbuch: natürliche Rezepte führt Arthur Kitchin das Zitat eines »führenden Verfechters der I-tal Kos« an: »Die Hälfte dessen, was du isst, erhält dich am Leben, die andere Hälfte deinen Arzt!«

Ähnliche Zitate kann man auch in Schriften diverser Rohkost Autoren und Verfechter der »Natural Hygiene« finden, an anderen Stellen von anderen Ärzten selbst. Dazu mehr im späteren Verlauf des Artikels. Denn nach wie vor geht es um die I-tal Sache und die kann nur im generellen Bejahen des natürlichen Lebens und im Verneinen eines künstlichen Lebensstils im Rahmen der Rasta Doktrin erklärt werden. Denn auch die Farben Rot, Gelb und Grün sind in der I-tal Philosophie als Entsprechung ausgelegt.

Rot stellvertretend für das Blut der »Sufferahs« der Leidenden unter babylonischer Herrschaft, oder auch für das Blut für ein Volk, für Brüder und Schwestern, »One Blood, One Destiny«, ein Blut, ein Schicksal, wird als Umschreibung für Vitamin A, zu »ein Fest für die Augen kluger Menschen«.

Grün, im Sinne des fruchtbaren Bodens, des Landes Afrika an sich soll im ernährungsspezifischen Gesichtspunkt daran erinnern, seinen Kopf zu gebrauchen um seinen Körper zu erhalten. Dafür sind Proteine, Kalzium und Eisen nötig, welche eben in vielem „Grünzeug“ vorhanden sind.

Gold oder Gelb, steht für die Bodenschätze Afrikas und die Sonne, die alles erwärmt. Manche bringen damit auch die Farbe der Löwen in Verbindung, sowie das sonnige Gemüt, das auch durch die erhöhte Ausschüttung gewisser körpereigener Stoffe entsteht, die sich unter Sonneneinwirkung bilden. Im Rastafari Kochbuch heißt es: »Gelber Nebel, ein Weg zu stärkeren Knochen (Phosphat)«.

Margaret Ebanks erklärt, dass I-tal ein Begriff aus der Rastafari Sprache ist und »hier genießbares, d.h. ungespritztes Obst und Gemüse, und Kochen ohne künstliche Zutaten, die ja für den menschlichen Organismus schädlich sind«, bedeutet. Sie zeigt anhand einiger einfacher Regeln einen Ausschnitt aus den »Reinheitsgeboten« der Rasta Doktrin, die da sind:

  1. Früchte und Gemüse sollten frisch geerntet sein und aus biologischem Anbau stammen.
  2. Alles Grünzeug sollte schonend gekocht werden, d.h. mit gerade soviel Wasser, dass es nicht anbrennt.
  3. Bestimmtes Gemüse wie z.B. Karotten , weiße Rüben, Süßkartoffeln oder Salatkartoffeln sollten immer mit der Schale gekocht werden; nicht schälen, sorgfältig abschaben und gründlich waschen. Grüne Bananen sollten auch gewaschen und mit der Schale gekocht werden.
  1. Salz wird niemals benutzt, da es nicht zu den Ital Zutaten gehört. Ital Nahrung muss ihren natürlichen Geschmack bewahren.

    Die Autorin merkt an: »Keine Zubereitung von Kräutern oder Essen in Aluminium-Geschirr. Ich benutze einen Eisentopf, gebongt? Wie bewahrt man Gras für Tee oder als Medizin auf? Ganz einfach waschen, im Schatten trocknen lassen und in Packpapiertüten lagern, bis es gebraucht wird.«

    Man sollte auch an Silberfolie sparen, oder am besten gar keine verwenden, da diese auch aus Aluminium ist, welches krebserregend wirkt, doch genug der Zitate und Stellen aus Margaret Ebanks Buch. Die Rezepte, die dann folgen, sind auf einer Ernährung aus überwiegend Obst und Bodenfrüchten aufgebaut. Viele Mais- und Süßkartoffel Gerichte, Gebäck und Eis, sowie Desserts und Getränke, mit und ohne Sensimilia, kann man in ihrem Buch finden. Mit oben erwähntem Titel könnt ihr es unter der ISBN-Nummer 3-88220-435-4 bei eurem Buchhändler beziehen.

    Warum frisch geerntet? Weil dann noch Leben in der Frucht ist. Die Energie, welche die Natur belebt ist nur unmittelbar nach Pflücken oder Ausgraben der betreffenden Frucht noch erhalten und verflüchtigt sich im natürlichen Verfallsprozess. Die Wissenschaft tut sich also schwer das Leben als Energie an sich in einer Frucht nachzuweisen. Denn sie arbeitet nicht zu selten mit »toten« also schon länger gelagerten Objekten, die schon viel der Energie verloren haben, wenn nicht schon gänzlich abgestorben sind. Nur weil diese Energie, diese Antriebskraft, das Leben, welches sich von Innen nach Außen durch Aktivität offenbart nicht sichtbar ist, heißt das nicht, das man sie bei seinen Berechnungen, Messungen und Hypothesen nicht respektabel berücksichtigen sollte.

    Nicht umsonst ist schon im Schöpfungs Mythos der Bibel, welche dies nach alten Überlieferungen der jüdischen Thora, die sich auf Moses beruft, entnommen hat, die Rede von Pflanzen, die Früchte tragen, jede nach seiner Art, die dem Menschen als Nahrung dienen. Und geht man davon aus, dass unsere »genetisch nähesten Verwandten«, die Affen, auch größtenteils Pflanzenfresser sind und damit z.B. als Gorilla, eine ziemlich wuchtige, muskulöse Figur im Laufe ihrer Evolution hinbekommen haben, kann man das Märchen vom Fleisch als Proteinlieferant Nr. 1 für uns schon mal vergessen. Was sagen da die Elefanten? Die Giraffen? Die Kühe und Schafe? Diese Tiere fressen sich einen Körper mit Grünfutter an der einige Menschen glaubend macht, sie könnten ihren eigenen Körper mit dem Einverleiben dieses tierischen Fleisches genauso stark machen. Doch trotz oft »unterlegener« Körpergröße können einige Pflanzenfresser beträchtliche Kraftakte ausführen, so dass sich auch diese Illusion in Luft auflöst.

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1 Kommentar bisher ( Kommentar schreiben )

  1. 1

    Karsten meint dazu am

    16.10.2006 um 2:50 h


    Ich habe lange Zeit viel Fleisch gegessen und mich auch sonst recht ungesund ernährt. Als ich dann angefangen habe mich mit der Rastafari Doktrin auseinander zusetzen bin ich zwangsläufig auch auf die Ernährungsgewohnheiten der Rastas, also Ital Food gestoßen.
    Ich habe angefangen mich intensiver damit zu beschäftigen und wollte diese Art von Ernährung auch für mich umsetzten.

    Aber wie ? Ich wurde zum Selbstversorger.

    Von einer Freundin habe ich erfahren, dass sie ihr Gemüse selbst anbaut und erntet. Ich wollte mehr wissen, da ich mir dies in einer Stadt (Köln) schlecht vorstellen konnte. Sie stellte mir das Projekt Gartenglück vor. Für 220 € im Jahr kann man bei einem Biobauern am Stadtrand von Köln seine eigene Parzelle bewirtschaften. Der Bauer pflanzt im Frühjahr ca. 30 verschiedene Gemüse- und Kräuterarten an, dies müssen dann selbst gepflegt und geerntet werden. Wenn ein gewisser Teil dann abgeerntet ist kann man bei ihm neue Zöglinge bzw. Samen für weiteren Anbau bekommen. Aber lest selbst unter

    http://www.gartenglueck.info/Was-ist-gartenglueck.97.0.html

    Ich habe dieses Jahr das erstemal eine Parzelle bewirtschaftet und bin wirklich begeistert. Es ist ein sehr gutes Gefühl, sein eigenes Gemüse zu ernten und dann frisch zu verarbeiten. Der Geschmack ist wirklich ein anderer als der von gekauftem Gemüse. Weiter bietet es für mich die Möglichkeit bei der Feldarbeit (4-8 Stunden in der Woche) durch den direkten Kontakt mit Pflanzen und der Erde sehr gut zu entspannen.

    greetings Karsten

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